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Medienscouts gegen Mobbing

170 Pädagogen bei Fortbildungstagen der Fachabteilung Kinder- und Jugendförderung des Kreises Borken

Für viele ältere Menschen sind die Handys oder Smartphones lediglich Geräte, mit denen man bequem überall telefonieren kann. Für Schüler sind die kleinen Alleskönner das Medium, im miteinander zu reden, Neuigkeiten auszutauschen – und mitunter auch, um andere Altersgenossen zu erniedrigen oder zu quälen.

Was die Schule in solchen Fällen tun kann, wie Schüler sinnvoll mit sozialen Netzwerken umgehen und wie man das „Cybermobbing“ genannte Diffamieren von Menschen per Internet erkennt, das unter anderem waren Themen einer Weiterbildungsveranstaltung bei Tobit in Ahaus. An ihr nahmen rund 170 Lehrer, Schulsozialarbeiter und Fachkräfte aus der Jugendhilfe teil. Eingeladen hatte die Fachabteilung Kinder- und Jugendförderung des Kreises.

Ein Beispiel, wie Prävention funktioniert stellten Manuela Waschki und Dr. Harald von Wensierski vom St. Georg-Gymnasium aus Bocholt vor. Dort werden seit gut drei Jahren sogenannte Medienscouts ausgebildet. Das sind Acht- und Neuntklässler, die den „Neuen“ auf dem Gymnasium dabei helfen, die richtigen Einstellungen für den Facebook-Zugang zu finden, die zeigen, wie man seine Daten schützt und den Schülern beiseite stehen, die übers Internet gemobbt werden. Die Medienscouts haben eigene Sprechzeiten und ein „Büro“ und helfen neuerdings sogar Senioren beim Umgang mit Handy und Co.

„Das Vertrauen von Schülern zu Schülern ist größer als Lehrern gegenüber“, betonte Harald von Wensierski einen wesentlichen Vorteil, den die jugendlichen Scouts als Ansprechpartner hätten. Der Lehrer sagte: „Bei uns hat die Zahl der Cybermobbing-Fälle abgenommen.“

Von Wensierski und Waschki wiesen aber auch darauf hin, dass es Lehrern gut zu Gesicht stehe, wenn sie Schülern gegenüber Medienkompetenz unter Beweis stellten. Wenn man etwa Schüler auf ihre bei Facebook eingestellten Bilder, etwa von nächtlichen Discobesuchen, anspreche, zeige das oft erstaunliche Wirkung.

Dr. Sascha Borchers von der Schulberatung des Kreises betonte in seinem Vortrag, dass man das Problem „Cybermobbing“ nicht aussitzen dürfe.Von alleine würden sich solche Probleme nicht lösen. Schulen, die für ein allgemein gutes Klima an ihrer Einrichtung sorgten, hätten weniger Probleme damit. „Es ist Arbeit, die sich doppelt lohnt“, so Borchers, „denn auch die Schulleistungen insgesamt würden durch solche Präventionsarbeit besser werden.“ Für Lehrerin Mareike Stenkamp von der Nünning-Realschule aus Borken sind solche Fortbildungen wichtig, zumal Cybermobbing generell ein zunehmendes Problem sei. Sie schätzt, dass mittlerweile rund 90 Prozent ihrer Schüler mit dem Handy zur Schule kämen – auch wenn man es dort ausstellen müsse.

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